Die Noppenmassagerolle hat uns mehrfach inspiriert: Mit einer solchen Rollen wurden Erdmute und ich zum Bogenaufsatz angeregt. Darüber schreiben wir aber an anderer Stelle. Mit einer ganz anderen Art von Rolle entdeckten wir, wie man Verspannungen beim Musizieren zunächst ziemlich einfach "lösen" kann. Dann eröffneten ein Experimentierfeld um herauszufinden, was die Rolle durch sinnvolles Einsetzen noch so alles leisten kann. Die Ergebnisse sind bisher sehr interessant und wir experimentieren auch noch weiter.

Wie war der Beginn? Zurückschauend betrachtet war er eher bescheiden. Wir legten eine Rolle unter die Füße, zunächst beim Spielen im Stehen und rollten diese vor und zurück. Dann weiteten wir das auf Schülern aus, schließlich auch auf Pianisten und integrierten es in den Kammermusikunterricht. Es war wunderbar! Alle meldeten zurück, dass es sich so "warm" anfühlen würde und es zu einem positiven Spielgefühl beitragen würde. Die meisten wollten nur noch mit den Rollen spielen. Alles war prima!

Eines Tages kam eine Anfrage für ein ziemlich kurzfristiges Konzert. Im Duo hatten wir bereits viel gespielt. Aber hier war es etwas anderes: wir mussten in kürzester Zeit ein neues Programm erarbeiten mit für uns weitgehend unbekannten Werke, die rhythmisch im Zusammenspiel sehr kniffelig waren. Wir wollten es nicht nur "korrekt" spielen sondern es eine ganze Ebene höher bringen. So mussten wir uns etwas einfallen lassen, denn Zeit für ein intensives Studium war einfach nicht drin! 

Wir setzten uns ins Probezimmer, möglichst weit weg voneinander. Wir begannen mit den Rollen unter den Füßen sehr exakt auf den Grundrhythmus zu achten. Dieser musste zwischen uns beiden abgestimmt und unser Spielen darauf ausgerichtet sein. Schwierig war das, wirklich sehr schwierig, weil es so exakt sein musste. Ich erinnere mich nicht mehr genau an die Details, aber noch daran, dass das irgendwie der Durchbruch war und wir - auch lange nach dem Konzert - immer lustigere und schwierigere Kombinationen erfunden. Längst hat Erdmute dann damit begonnen, mit ihren Schülern und Studierenden die komplizierten Sachen  auszuprobieren ... und es entstand irgendwie auch etwas wie ein gemeinsamer Sport.

Die Effekte sind enorm! Die Füße mit den Rollen zu massieren klingt vielleicht etwas "komisch" aber wenn ich dadurch viel schneller zu einem sehr viel besseren Ergebnis komme und dabei noch unglaublich viel Spaß habe, dann ist das Grund genug, immer weiter zu experimentieren. 

Wie es dann nachher weiterging mit dem Verinnerlichen von musikalischen Phrasierungen, davon schreibe ich später!

Im Shop findet ihr jene Rollen, die wir selbst und andere experimentierfreudige Musiker als gut empfunden haben. 

 

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